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China zwischen Deflation und Zukunft

  • Simon Kiwek
  • 5. Dez. 2024
  • 9 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 12. Jan.

Während der Rest der Welt unter rasant steigenden Preisen leidet, sorgt man sich in China um Deflation, eine Blase auf den Immobilienmärkten und einem Einbruch der Industrieproduktion. Ansteckungseffekte könnten die Weltwirtschaft erneut erschüttern.



Mit der Pleite der beiden chinesischen Immobilienriesen Evergrande und und Country Garden wurden Erinnerungen an die Globale Finanzkrise 2008 wach. Auch damals nahm die Krise ihren Ausgangspunkt auf den Immobilienmärkten und Evergrande alleine hatte ein Finanzvolumen von 300 Milliarden US-Dollar. Die Verbindlichkeiten chinesischer Immobilienentwickler summierten sich im Jahr 2023 insgesamt auf rund 80 Prozent ihrer Vermögenswerte. 


Diese Schulden bestehen nur zum Teil aus offenen Schulden gegenüber Banken, sondern auch gegenüber Baufirmen und Zulieferern. Besonders ungewiss bleibt jedoch das Schicksal von Millionen unfertiger, aber im Voraus bezahlter Wohnungen. Die leerstehenden Immobilien in China könnten nahezu die gesamte Bevölkerung Frankreichs beherbergen. Nach den Pleiten von Evergrande und Country Garden gingen viele davon in den Besitz staatlicher Unternehmen, sowie der Zentralregierung in Peking und den Provinzverwaltungen über. Diese reagieren beherzt und reißen gerade ganze Geisterstädte ab.



Gewaltige chinesische Geisterstädte in den Ausmaßen, dass sie die Bevölkerung Frankreichs beherbergen können, sorgen für Unruhe auf den globalen Finanzmärkten. Man befürchtete eine Finanzkrise wie 2008 als der amerikanische Immobilienmarkt zusammengebrochen war. Hier Shanghai Residentail Buildings, 2018. Noch scheint die Lage stabil, sagt der IWF (Quelle: Barnaby Chambers / Shutterstock, 2014)


Darüber hinaus erleichterte Peking den Zugang zu Krediten, lockerte die Hypothekenregulierung für Erstkäufer, und gab neue Anleihen aus, um Infrastrukturprojekte zu finanzieren. Auch staatliche Banken unterstützten mit Finanzspritzen. Den Behörden gelang es erfolgreich, Ansteckungseffekte auf den Rest der Finanzmärkte zu vermeiden. Auch der Internationale Währungsfonds, Hüter über die Stabilität des globalen Finanzsystems, sieht die Situation derzeit unter Kontrolle. 


Eine Finanzkrise wie 2008 mit allen seinen Konsequenzen ist nicht in Sicht. Doch China steckt in einer Spirale fallender Preise fest. Der Schatten der Deflation überschattet die Entwicklung. Zwar gab es solche Perioden seit der Jahrtausendwende immer wieder, doch die aktuelle Phase, die 2020 begann, ist bisher die längste. Ohne umfassende Reformen, droht China eine ‚verlorene Dekade‘, wie man sie aus Japan kennt. 


Die Allmacht der Kommunistischen Partei beginnt zu wanken


Seit Jahrzehnten stützt die Kommunistische Partei Chinas ihren unangefochtenen Führungsanspruch auf ein zentrales Versprechen: einen stetig wachsenden Wohlstandskuchen, von dem alle profitieren können. Doch dieses Fundament könnte nun bröckeln. Dank dieses Wohlstandsversprechens konnten sich in den letzten 20 Jahren mühsam aus der Armut in die Mittelschicht hocharbeiten. Dabei haben sie ihre Ersparnisse zum großen Teil in Immobilien, Betongold, investiert. Mit den fallenden Immobilienpreisen verlieren diese Ersparnisse kontinuierlich an Wert - und damit auch das Vertrauen der chinesischen Bürger in ihre Regierung.


War ihr jahrelanges Schuften in Fabriken unter widrigen Bedingungen umsonst? Die Krise dämpft auch die Entwicklung anderer Sektoren und verhindert einen Aufschwung in China, wie er in anderen Teilen der Welt nach dem Ende der COVID-Lockdowns stattgefunden hat. Die Halbleiterproduktion, grüne Industrie und die Herstellung fortschrittlicher Produktionsgüter florieren dank hoher Subventionen der Regierung, während Internetplattformen, Bildung und Unterhaltungsindustrie strenge Regulierungen erfuhren. 


Die meisten Trends haben längst vor der Pandemie eingesetzt: Der Kreditboom kam zu einem Ende und auf den Immobilienmärkten setzten bereits vor der Pandemie fortlaufend Preiskorrekturen nach unten ein. Sowohl Kreditblase als auch Pandemie führten zu einem Angstsparen der chinesischen Bevölkerung, um sich so vor weiteren existenzbedrohenden Ereignissen abzusichern. Diese Geldmittel sind nun dem Wirtschaftskreislauf entzogen und fehlen im Konsum. 

Dafür nahmen regionale Regierungen in den einzelnen Provinzen umso mehr Schulden auf, um Chinas Wirtschaftswunder weiterhin zu befeuern. Lokale Industrien - von der Schuhfabrik bis hin zur Werft für Containerschiffe - wurden im großen Stil gebaut. Nun stehen viele dieser Fabriken still und das Land beherbergt massive Überkapazitäten in nahezu allen Sektoren. Das Risiko für Deflation steigt weiter. 



Quelle: statista, 2024


Schuldenlage chinesischer Unternehmen


Die Krise auf dem Immobiliensektor geht auch nicht am Rest der chinesischen Unternehmen vorbei. Auch außerhalb des Immobiliensektors sinkt die Profitabilität. Aufgrund geringerer Verkaufserlöse durch verunsicherte Konsumenten fiel die Profitrate des Unternehmenssektors von 18,4 Prozent im Jahr 2017 auf 16,3 im Jahr 2023. Inzwischen gehört die Verschuldung der Unternehmen in Relation zu Chinas Wirtschaftsleistung zu den höchsten der Welt - und ist weiterhin im Steigen begriffen. Trotz dieses hohen Niveaus wird die Schuldensituation außerhalb des Finanzsektors weitgehend als stabil eingeschätzt. Es gibt auch Anzeichen, dass sich das Schuldenniveau vor allem bei staatlich finanzierten Unternehmen verbessert. 


Deutlich schwieriger ist die Situation im Privatsektor. Privatunternehmen sind in der Regel zwar profitabler als staatliche Betriebe, jedoch ist auch der Anteil jener Unternehmen, die hohe Verluste verzeichnen, dort deutlich höher. Damit ist der Privatsektor in zwei Lager gespalten: auf der einen Seite stehen besonders profitable Firmen, auf der anderen Seite jene, die tief in der Verlustzone operieren. Diese Spaltung ist vor allem bei kleinen Firmen gravierend. 


Während einige finanziell solide aufgestellt sind, haben viele andere erhebliche Schwierigkeiten, externe Finanzierung sicherzustellen. Letztere verfügen über zu geringe Cash-Reserven, um weitere Schuldenkrisen zu überstehen. Dies trifft inzwischen auf immerhin zwei Drittel aller Unternehmen zu. Die wachsende Kluft zwischen kleinen Unternehmen wird damit besorgniserregend. Einigen kleinen Unternehmen mit beachtlichen Gewinnen, stehen viele mit akuten Liquiditätsproblemen gegenüber, die selbst bei kleinen Schocks existenzgefährdend sein könnten.


Dies birgt auch erheblich Risiken für den Bankensektor. Aufgrund politischen Drucks haben Banken ihre Kredite an kleine Unternehmen massiv auszuweiten: 24 Prozent aller Kleinunternehmen erwirtschafteten 2023 Verluste. Die Globale Finanzkrise 2008 lässt grüßen, als die Qualität des gesamten Bankensektors durch die Beimischung zahlreicher fauler Kredite in den USA in Frage stand. 


Chinas Dienstleistungssektor braucht Innovation


Mit dem Abflauen des Booms in den überdimensionierten Immobilien- und Produktionssektoren richtet sich Pekings Fokus auf Dienstleistungen. Branchen wie Beherbergung, Transport, Kommunikation sowie Finanz- und Geschäftsdienstleistungen haben bereits in der Vergangenheit an Bedeutung gewonnen, während die Landwirtschaft konstant zurückging. Parallel zum wachsenden Wohlstand setzte, wie auch in den westlichen Industrienationen, eine Deindustrialisierung in China ein. 


Zwar gab Peking die Parole aus, verstärkt auf grüne Technologien und High-Tech-Produktion zu setzen, doch bleibt der Dienstleistungssektor noch unerschlossenes Terrain mit immensem Potential. Zum Vergleich: in entwickelten Volkswirtschaften trägt der Dienstleistungssektor etwa 20 Prozent mehr zur Wertschöpfung bei als in China. 


Auch Chinas Dienstleistungssektor ist in zwei Hauptbereiche unterteilt: Marktdienstleistungen und nicht am Markt gehandelte Dienstleistungen. Zu Letzteren zählen öffentliche Verwaltung, Gesundheit und Bildung, die sogar ein negatives Produktivitätswachstum aufweisen. Im Gegensatz dazu verzeichnen marktwirtschaftliche Dienstleistungen - also solche, die im Wettbewerb stehen - mittlerweile ein Produktivitätswachstum auf, das dem des produzierenden Gewerbes entspricht. Der Strukturwandel hin zu einer weniger staatlich dominierten Wirtschaft zeigt sich somit auch im Dienstleistungssektor. 


Private Unternehmen bleiben der Motor dieses Wandels. Staatliche Unternehmen binden dagegen weiterhin unverhältnismäßig viele Ressourcen - sowohl Arbeitskräfte als auch Kapital. Dank politischer Vernetzungen, auch mit den Regionalverwaltungen der Provinzen, und staatlicher Förderungen bleibt ihre Dominanz bestehen, obwohl sie häufig ineffizient wirtschaften. Dieser Umstand verdeckt die tatsächlichen Produktivitätsgewinne, die durch Innovation im Dienstleistungssektor erzielt wurden. Würde man den Marktkräften hier mehr Raum geben, könnte China das volle Potenzial dieses Sektors deutlich besser ausschöpfen. 


Doch staatliche Betriebe bremsen. Für die gesamte chinesisches Wirtschaft - aber besonders den Dienstleistungssektor - wäre es daher wichtig, sich stärker dem Handel zu öffnen, restriktive Regulierungen abzubauen und den Einfluss staatlicher Betriebe zu reduzieren. Auch im Bauwesen ist dies mit einem Anteil staatlicher Unternehmen von 34 Prozent problematisch, etwas weniger im produzierenden Gewerbe, wo dieser etwa bei 21 Prozent liegt.


Beschäftigung junger Chinesen offenbart einen strukturellen Wandel. Sie sind vor allem in der IT und in Kultur und Unterhaltung beschäftigt, sowie Bildung, Gesundheit und Business Services. Zugleich geht die Beschäftigung in Landwirtschaft, Bau, Transport und anderen tatkräftigen Wirtschaftszweigen zurück. Lediglich in der Produktion von Gütern liegen sie noch leicht über dem Schnitt der vorangegangenen Generationen. Wenngleich auch hier eher Green Tech und Hightech Güter zunehmen, während schmutzige weniger lukrative Tätigkeiten ins Ausland abwandern. (Quelle: IWF, 2024)


Arbeitskräftefreizügigkeit für alle


Der Dienstleistungssektor ist besonders arbeitsintensiv, doch in China wird die Mobilität der Arbeitskräfte durch das Hukou-System erheblich eingeschränkt. Dieses Registrierungssystem, das in den 1950er Jahren eingeführt wurde, teilt die Bevölkerung in Stadt- und Landbewohner ein. Ursprünglich sollte das System die Abwanderung aus den ärmlichen ländlichen Regionen in die Städte verhindern und die Arbeitskraft in der Landwirtschaft sichern. Gleichzeitig schuf es jedoch eine tiefgreifende Ungleichheit beim Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheitsversorgung, Wohnraum und anderen Sozialleistungen.


Mit dem rasanten Wachstum der Industriestädte an Chinas Küste geriet das Hukou-System zunehmend unter Druck. Es erschuf praktisch eine gigantische Bevölkerung aus 290 Millionen Wanderarbeitern, die zwischen Stadt und Land pendeln. Diese Arbeiter leisten einen entscheidenden Beitrag zur Wirtschaft, doch sie haben keinen oder nur sehr eingeschränkten Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen in den Städten, wo sie arbeiten. 


Oftmals entstanden vor Ort private, oft informelle Schulen, die zumindest teilweise das öffentliche Schulsystem ergänzen. Gleichzeitig werden Kinder von Wanderarbeitern oft als ‚Left-behind-Children‘ zurück in die Heimatregion geschickt, um dort öffentliche Schulen zu besuchen. Gesundheitliche Probleme sind für die Wanderarbeiter besonders schwierig. Da sie oft keinen Zugang zu formellen Krankenhäusern haben, müssen sie für ihre Behandlungen selbst aufkommen, häufig in nicht regulierten Einrichtungen. 


Auch Arbeitgeber füllen oft Lücken, beispielsweise indem sie Schlafräume zur Verfügung stellen oder rudimentäre medizinische Unterstützung. Digitale Anwendungen wie Alipay erleichtern mittlerweile den Zugang zu Finanzdienstleistungen. In Großstädten wie Shanghai oder Peking gibt es darüber hinaus ein Punktesystem mit Kriterien wie Bildung, Berufstätigkeit und Aufenthaltsdauer, das es qualifizierten Migranten ermöglicht ein städtisches Hukou zu erwerben. 





Shanghaier Bahnhof Hongqiao. Während der Chunyun Periode, dem chinesischen Frühlingsfest, machen sich bis zu 90 Millionen Bewohner, die als Wanderarbeiter in den großen Städten leben, auf in ihre ländlichen Regionen. Sie haben keinen legalen Aufenthaltsstatus in den Städten und sind von vielen Sozialleistungen ausgeschlossen. (Quelle: Robert Way / Shutterstock, 2024)


Der wirtschaftliche Abschwung erhöht den Druck auf die Behörden, das rigide Hukou-System zu lockern. Eine größere Freizügigkeit ermöglicht es Arbeitskräften, dorthin zu ziehen, wo lukrativere Jobchancen auf sie warten. Dies wäre nicht nur von Vorteil für die betroffenen Arbeiter, sondern auch für junge, innovative Unternehmen, die aufgrund eines Mangels an Arbeitskräften in ihrem Wachstum gehemmt werden - und damit auch die Gesamtwirtschaft. 


Chinas Investitionstätigkeit mit dem Ausland


Seit der globalen Finanzkrise 2008 verzeichnen die Netto-Direktinvestitionen nach China einen anhaltenden Abwärtstrend. Im Vergleich zu anderen Schwellenländern und entwickelten asiatischen Ländern konzentrierten sich ausländische Direktinvestitionen nach China überdurchschnittlich stark auf die Herstellung von Waren und die Produktion strategischer Güter. Aufgrund des Handelskrieges mit den USA und geopolitischen Spannungen rund um Taiwan gehen diese drastisch zurück - im Schnitt um 81 Prozent verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. dies liegt vor allem am Rückzug von Investitionen aus den USA und anderen asiatischen Industrienationen. 


Allerdings sind die Gründe für abnehmende Investitionen nicht nur durch äußere Umstände begründet. Auch Ungewissheit über das Wachstum der chinesischen Wirtschaft trägt maßgeblich dazu bei. Hinzu kommt, dass die kommunistische Partei mit ihrer Wirtschaftspolitik selbst ein Umfeld geschaffen hat, das Investoren verunsichert. Zweifel an der Sicherheit von Eigentumsrechten und mangelndes Vertrauen in stabile Rahmenbedingungen halten potenzielle Investoren zurück. 


Seit Ende 2021 gehen die ausländischen Direktinvestitionen in China zurück. Dieser Rückgang ist zum Teil auf das lahmende Wirtschaftswachstum zurückzuführen, doch vor allem macht Investoren auch die wirtschaftspolitische Unsicherheit zu schaffen. Können sie sich auch in Zukunft auf ihre Rechte als Privateigentümer verlassen. Doch auch die Spannungen mit dem geopolitischen Rivalen USA macht China zu schaffen. US-Konzerne investieren weniger in Produktion vor allem strategischer Güter.


Im Gegensatz dazu bleiben die Investitionsflüsse ins Ausland stabil. Allerdings verschleiert diese Stabilität eine geographische Verschiebung zugunsten von Ländern, die geopolitisch enger mit China verbunden sind. Dagegen nimmt der Anteil an Investitionen in reichere Industrienationen ab. Seit der Invasion Russlands in der Ukraine verstärkt sich auch die geopolitische Blockbildung: Auf der einen Seite stehen die USA und Europa, auf der anderen Russland und China. In diesem Kontext diversifizieren chinesische Unternehmen ihre Risiken, um sich besser gegen die unberechenbare geopolitische Lage und den verschärften Konfrontationskurs mit den USA zu wappnen. 


Handels- und Investitionsbeziehungen werden zunehmend aufgelöst und die Distanz zwischen China und USA nimmt weiter zu. Unter diesen Bedingungen formt sich eine neue Gruppe von Staaten: sogenannte ‚Connector‘-Länder, die sich keinem dieser Blöcke zuordnen möchten. Diese Länder positionieren sich jedoch als Brücken, über die der internationale Handel und Investitionsfluss auch unter schwierigen Bedingungen ungestört abläuft. Allen voran liegen Vietnam und Mexiko. Zwischen 2018 und 2022 verzeichnete Vietnam einen Anstieg der Direktinvestitionen um 170 Prozent, während Mexiko ein Wachstum von beeindruckenden 300 Prozent erreichte. In dieser Rolle stärken diese Länder Stabilität und Resilienz der globalen Wirtschaft insgesamt. 


Gerüchte über Chinas Untergang stark übertrieben


Ohne Frage befindet sich China in einer kritischen Phase seines rasanten Aufholprozesses. Es droht ein koreanisches oder japanisches Szenario, als der wirtschaftliche Entwicklungsprozess wie aus dem Bilderbuch durch eine Finanz- und Kreditkrise abrupt zum Stillstand kam. Allerdings unterscheidet sich die Ausgangslage Chinas erheblich: Das Land entwickelt zunehmend eigene Schlüsseltechnologien selbst, anstatt sich nur zu kopieren und hat den Westen in vielem überholt. Beispiele dafür sind Elektromobilität und Anwendung von Künstlicher Intelligenz. 


Auch lässt sich die chinesische Regierung die Bewältigung der aktuellen Krise auch einiges kosten. Eine Abwrackprämie im Wert von 178 Millionen US-Dollar, die den Austausch alter Verbrennungsfahrzeuge gegen Elektroautos fördert, gelockerte Kreditbedingungen, eine Bereinigung des Immobilienmarktes und Förderung neuer Geschäftsmodelle im E-Commerce - von E-Sport bis hin zu unbemannten Geschäften. 


Der Internationale Währungsfonds schätzt die wirtschaftliche Situation Chinas derzeit als stabil ein. Dennoch bleiben etliche Herausforderungen bestehen. Diese kommen nicht nur von außen aufgrund geopolitischer Spannungen, sondern gilt es auch interne Barrieren abzubauen, um das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Besonders wichtig ist es, das Vertrauen sowohl inländischer als auch ausländischer Investoren zurückzugewinnen, die sich zunehmen durch rechtliche Unsicherheit bedroht fühlen und um ihre Vermögenswerte fürchten. 


Eine Lösung der Krise auf den Immobilienmärkten bleibt essenziell, da nach wie vor das Risiko von Ansteckungseffekten auf andere Sektoren der chinesischen und sogar der globalen Wirtschaft besteht. Wenn es Peking gelingt, diese Probleme unter Kontrolle zu bringen, könnte auch das Vertrauen der Konsumenten zurückkehren. Aktuell sparen viele Haushalte lieber für unvorhergesehene Notfälle, anstatt ihre Mittel in den Konsum zu lenken. Gleichzeitig sollten aber auch Subventionen, die zu angebotsseitigen Überkapazitäten führen - sprich überzählige Fabriken - dringend abgebaut werden. Nur so kann die Gefahr einer weiteren Deflation eingedämmt werden. 


Damit kann China auch wieder Impulse für eine nachhaltige Weltwirtschaft für alle setzen!

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