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Das Ebenbild eines Cuckservatives

Autorenbild: Torsten Veblen
Torsten Veblen
26. Aug.
3 Min. Lesezeit

Bei Armin Wolf war gestern die Autolobby zu Gast. Der Sprecher des Verbands der Deutschen Automobilindustrie, Simon Schütz, schlägt Alarm. Schütz klärt uns auf, wie und woran es am europäischen Wirtschaftsstandort krankt. Der Aufhänger ist natürlich Volkswagen, der CO2-Mogelkonzern, der drauf und dran ist, 100.000 Arbeitsplätze in Europa aufzugeben.


Nun kann sich dieser Blog ja beim besten Willen nicht vorwerfen lassen, nicht wirtschaftsliberal oder ignorant gegenüber den Bedürfnissen der Industrie oder unkritisch dem europäischen Bürokratiemonster. Die Argumente sind hinreichend bekannt - Bürokratie, Lohnkosten, Energie.


Dann kommt man auf das Thema Gewinne zu sprechen, die auch bei Volkswagen 2024 immer noch in Rekordhöhe sprudelten - die werden jedoch nicht in Zukunftstechnologien investiert, sondern...? Die Chinesen investieren jedoch, die 100 Autohersteller dort machen dort auch keine Gewinne (mimimi...nachdem ich mich mit "Wirtschaft" ja im Gegensatz zu einem Lobbyisten nicht auskenne, dachte ich, genau das wäre eine Essenz des effizienten Marktes, in dem kein Marktteilnehmer Preissetzungsmacht besitzt). Und deshalb ist das unfair.... die Politik muss einspringen. Gut, ist halt Lobbyismus eines Möchtegern-Quasimonopolisten, der keine Lust auf Wettbewerb hat, gibt es so auch von den Oligarchen in der Ukraine. Er hat natürlich dabei nur unser aller Wohlstand und unsere Arbeitsplätze im Sinn.


Die Frage ist, ob man sich von einem Milchbubi wie Schütz, der den Eindruck macht, erst kürzlich selbst das Alter zum selbstständigen Führen eines Kfzs erreicht zu haben, die Welt erklären lassen möchte. Ich muss zugeben, wenn so ein deutscher Lappen loslegt, hört sich das in den Ohren eines Österreichers gleich mal hundert Mal intellektueller an und kleingeistige opportunistische Forderungen plötzlich viel konsistenter - sie bleiben aber kleingeistig und opportunistisch.


Und genauso liest sich auch alles, was man zu Schütz so im Internet findet. Er ist quasi das konservative Gegenstück zur grünen Karikatur. Auf dem Profilbild seines X-Kanal - dort natürlich privat unterwegs - posiert er vor Regenbogenfahne und erklärt uns zugleich mit den Versatzstücken eines Friedrich Merz den Nahostkonflikt. Als 2021 etwas Gegenwind aufkam, verfasste er ein kleines, vorsichtig kritisches Pamphlet zum Opferwettbewerb der immer ausufernderen Identitätspolitik. Kurz darauf dürfte er die Kommunikationsabteilung beim Autolobbyisten VDA an. Man fragt sich, welche Qualifikation ihn über den gewöhnlichen VW-Fließbandarbeiter erhebt? Seine Argumente hätte man auch eine KI aus dem Jahr 2023 vortragen lassen können, so generisch sind sie. Ein 08/15-Soja Sören in einem gutbezahlten Laber-Job (die VW-Belegschaft ist seit 2006 um über 100% gestiegen, trotz immer mehr Automation in der Industrie - vermutlich hauptsächlich im Marketing, Lobbying und PR und Bobos wie Simon Schütz - wie sonst könnte man sich einen pinken weltoffenen Anstrich geben).


Bestimmt hat er sie auch gewählt, als die Grünen unter Annalena Baerbock in ihrem Wahlkampf der Automobilindustrie Milliardensubventionen für die "Klimaneutralität" versprochen haben - dann braucht nämlich VW und sein Hauptaktionär, das (noch) sozialdemokratisch regierte Land Niedersachsen, auch nix von seinen Gewinnen abzwacken.


Denn Geld stinkt bekanntlich nicht: ob sie von den Konservativen, den Sozialdemokraten, den Grünen kommt, Hauptsache es kommt vom Steuerzahler. Bestimmt hat im Hintergrund längst das Lobbyisten-Geschleime bei der AfD begonnen. Ob VW, Klima-NGO, Identitäts-Verein... man nimmt sich nicht mehr viel. Wettbewerb und Marktwirtschaft ein Fremdwort (bzw. beim Cuckservative ein Plakatslogan, um Politikern Subventionen aus dem Kreuz zu leiern), Steuerkohle muss her.

Tatsächlich sprechen wir oft über die soziale Hängematte für jene, von denen Herr Schütz, nach seiner Journalisten-"Karriere" in den USA (hat die Daddy bezahlt?), wohl meint, man sollte ihnen doch bitte mehr den Stiefel in den Nacken stellen, damit sie billiger zu ihm ans Fließband kommen (wohlweislich weniger Lohnnebenkosten bezahlenwollend, damit sich die innerbetriebliche Quersubventionierung seines klimatisierten Büros und der schicken Nespresso-Maschine ausgeht). Über die soziale Hängematte für Cuckservatives wie Simon, der in seiner Beliebigkeit sein Rückgrat abgegeben hat und zwischen Regenbogenfahne und Industrielobbyismus herummäandert, um die europäischen Unternehmen vor jedem Lüftchen globalem Wettbewerb mit Steuergeld und Regulierungen abzuschirmen, reden wir leider viel zu selten.











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