Iran bei Nacht
- Simon Kiwek
- 11. Sept. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 6. Jan.
Die iranische Hochebene und der Persische Golf bei Nacht
Die Region des heutigen Iran spielte seit jeher eine wichtige Rolle bei der menschlichen Zivilisation
Bereits vor 50.000 Jahren war das Iranische Plateau eine der Drehscheiben der Menschheit, als diese von Afrika aus den gesamten Globus besiedelte und sich in eine ost-eurasische und eine west-eurasische Linie aufspaltete. Im heutigen Iran sind jedoch noch beide Linien vereint. In der Bronzezeit, zwischen 2200 und 800 vor Christus, verband das Plateau als Handels- und Kulturzentrum die Zivilisationen des südasiatischen Indus-Tals und Mesopotamiens. Später wurde die Region ein unverzichtbarer Teil der 6.400 Kilometer langen Seidenstraße, auf der Textilien, Edelsteine und Gewürze von China ins Römische Reich gelangten, während Glas, Silber, Wolle und Olivenöl in die entgegengesetzte Richtung nach Asien gehandelt wurden.
Mit dem Niedergang der Seidenstraße verlagerte sich die lokale Wirtschaft hin zur Landwirtschaft. Getreide, Reis, Früchte wie Granatäpfel, Feigen und Datteln sowie Nüsse und Mandeln wurden angebaut, wobei die persische Textilindustrie weiterhin eine bedeutende Rolle spielte. Im 19. Jahrhundert geriet die Region in den Fokus der geopolitischen Rivalitäten zwischen den Kolonialmächten Russland und Großbritannien, die im „Great Game“ um die Vorherrschaft in Zentralasien konkurrierten. Der Südiran diente dabei als Pufferzone zum Schutz der britischen Kolonie Indien.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts gewann die Region durch die Entdeckung von Erdöl wieder an internationaler Bedeutung. Zwar wurde der Iran nie formell kolonialisiert, doch übten vor allem US-amerikanische und britische Ölkonzerne sowie deren Regierungen erheblichen Druck aus und kontrollierten weite Teile der Wirtschaft. Es folgten mehrere Revolutionen und Konterrevolutionen, um die Abhängigkeit von ausländischen Konzernen wie British Petroleum (BP) zu verringern, die nur geringe Lizenzgebühren an die lokale Bevölkerung zahlten. Schließlich führte die Islamische Revolution von 1979 zur Machtübernahme und dem Sturz des von der amerikanischen CIA gestützten Schahs. Diese Revolution prägt die Region bis heute und hat es dem Iran ermöglicht, seinen Einfluss weit über seine Grenzen hinaus auszudehnen.





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