Der Neonazi, der genderte

Ein Ex-Identitärer beichtet dem Standard, und der glaubt es auch noch.

So so, da vermessen sie also Schädel bei der Identitären Bewegung und dann sind die auch noch mit irgendeiner "Tarnorganisation" Aktion 451 an den Unis verbandelt - sapperlot, und die FPÖ-Jugend war auch noch dabei. Wer hätte das gedacht bei diesem doch sehr überschaubaren Kreis an "patriotischem" Gedankengutträgern. Bei der Aktion 451 handelt es sich um einen studentischen Lesekreis, der auch vom Staatsschutz überwacht wird. Und dieses Häuflein trifft und vernetzt sich gar bei Demos. Und daraus rekrutiert gar noch die FPÖ - tja, Leute, die lesen und Schreiben können in der Politik, aus und geschehen ist's. So exklusiv und investigativ.
Doch oh Wunder, ein Whistleblower aus diesem erlauchten Kreis wandte sich doch glatt an den Standard, der für solche Fakten ja immer ein offenes Ohr hat, um aus dem geheimsten Inneren des rechten Konzentrats zu berichten. In einer Exklusivrecherche setzte sich der "Investigativjournalist" Fabian Schmidt ran, um das ganze Ausmaß des Schreckens aufzudecken.
Und was müssen wir lesen in den geheimen Dokumenten, die dem Standard vorliegen: nationalsozialistisches, frauenfeindliches und gewaltverherrlichendes Gedankengut, es gibt sogar Gerätschaften für die Vermessung von Knochen, um das Seitenprofil des perfekten Arierschädels zu ... Alles ganz schön heftig und eigentlich alles, was man in der stramm ideologisierten Standardredaktion eh schon immer geahnt hat, sich aber nur in Kommentaren und Theaterstücken zu behaupten traute. Wie passend.
Und der Whistleblower? Nun nicht nur hat er sich von diesen grauenhaften Zuständen in der HJ.. äh FJ losgesagt und im linksprogressiven Beichtstuhl des Standards Platz genommen, er schreibt jetzt sogar Pamphlete an den Standard, den dieser umgehend veröffentlichte. Darin schreibt der Whistleblower, Dinge wie:
Und trotzdem hatte mich nichts auf diesen Moment vorbereiten können, an dem Aussagen von mir von Politiker*innen zitiert werden und an dem Worte, die ich oft vernommen habe, in Headlines quer durch die Medienlandschaft prangen.
oder
Wir alle können gemeinsam und trotzdem jede*r für sich selbst bewirken, dass man nicht irgendwann vor dem Spiegel stehen muss, mit der im Kopf lungernden Frage: Wieso haben wir es wieder so weit kommen lassen?
Also nicht nur hat sich der gute Whistleblower da von einer vergifteten menschenfeindlichen Ideologie losgesagt, nein, er ist schnurstracks ins andere Lager gewechselt und gendert jetzt sogar vorbildlich (sogar die Rechtsextremen bleiben erwähnenswerterweise ungegendert).
Bloss, ich werde den Veracht nicht los: wird der Standard hier gerade kräftig verarscht? So im Stil der Hitlertagebücher. Da hocken doch gerade ein paar Identitäre in ihrer Burschenschafterbude und pieseln sich ein vor lauter Lachen. Im Sinne von, wie tief haben die ideologisierten Bobos im Standard ihren ideologisierten Kopf in ihrem Hintern, dass sie jeden Schwachsinn glauben, der ihrem Weltbild entspricht.
Naja, nach der Farce um das "Geheimtreffen in Potsdam", das so geheim war, dass Martin Sellner offenbar die Präsentation online gestellt hat, weiß man ja wie viel Blödsinn man der selbsternannten "Zivilgesellschaft" gegen rechts auftischen kann, damit diese durch die Decke geht. Man glaubt halt, was man glauben will.




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