Abbildung 1 Der Exodus der Roma: Genau lässt es sich nicht mehr datieren – doch genetische und linguistische Forschungen verorten die erste Auswanderungswelle der Roma zwischen 500 und 1000 nach Christus, ausgehend aus Nordwestindien. Genetische Evidenz weist ihre Ursprünge vor allem den unteren Kasten und Stämmen der Regionen Punjab, Rajasthan und Haryana zu. Die ursprünglichen Beweggründe für ihre massenhafte Auswanderung bleiben bis heute ein Mysterium. Klar ist: in mehreren Wellen zogen sie entlang der Seidenstraße westwärts, von wo sie sich über nahezu alle Regionen Europas verteilten. Ihr Hauptsiedlungsgebiet blieb jedoch der Balkan und Osteuropa – heute leben die größten Roma-Gemeinschaften in Rumänien, Bulgarien, Ungarn, der Slowakei, Serbien, Spanien und der Türkei. Bis heute leben viele Roma als wirtschaftlich marginalisierte Bevölkerungsgruppe, vorwiegend in Osteuropa. Ihre indo-arische Sprache haben sie über Jahrhunderte bewahrt – ebenso wie ihre Abneigung gegenüber der Sesshaftigkeit. Selbst kommunistische Zwangsmaßnahmen konnten daran nichts ändern. Damit zählt die Migration der Roma zu den ältesten gut dokumentierten großräumigen Diasporas aus Südasien – und zu einer der bemerkenswertesten der Weltgeschichte.
Kommentare