Japans Arbeitskräftemangel: Wie Alte, Frauen und Roboter Migran-ten ersetzen sollen

Das reichste Land Asiens vergreist schneller als jedes andere Industrieland: Ohne Migration beginnt ein rasanter Wettlauf um die Produktivität seiner verbliebenen Arbeiter.

In den letzten Kapiteln haben wir besprochen, wie Migration Gesellschaften verändert. Sie prägt nicht nur jene Länder, in die Menschen ziehen, sondern auch jene, die sie verlassen. Doch wie sieht es in einem Industrieland des 21. Jahrhunderts aus, das kaum Einwanderung zulässt?
Das trifft besonders auf ostasiatische Gesellschaften wie Japan oder Südkorea. Sie kamen zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren sehr schnell zu Wohlstand und stehen Einwanderung bis heute sehr konservativ gegenüber – während ihre Bevölkerungen zugleich stark altern.
Japan und Südkorea zählen mit jährlich etwa 1,4 neuen permanenten Einwanderern pro 1.000 Einwohnern zu den Schlusslichtern der OECD; der Durchschnitt liegt bei neun Einwanderern. Sogar dieser Wert bedeutet einen Zuwachs von niedrigem Niveau aus: 36 Prozent in Japan und 175 Prozent in Südkorea – hauptsächlich wegen einer anhaltenden Migrationswelle aus China sowie neuerdings aus Vietnam und Nepal.
Der Anteil nicht in Japan geborener Menschen lag 2024 bei unter vier Prozent – gegenüber einem OECD-Schnitt von 11,5 Prozent, der jedoch durch klassische Auswandererländer wie Mexiko, Polen und die Türkei noch einmal gedrückt wird.
![Ausländische Bevölkerung in Industriestaaten: Anteil der im Ausland geborenen bzw. ausländischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung, 2014 und 2024. Japan und Südkorea bilden mit rund 3 bzw. 5 Prozent weit abgeschlagen das Schlusslicht zusammen mit klassischen Auswandererländern wie Mexiko, Polen oder der Türkei. Ganz vorne befinden sich dafür vergleichbare Industrieländer wie Australien, Schweiz. Ebenso große Produktionsländer wie Deutschland, Norwegen und die Niederlande sind ebenfalls im vorderen Mittelfeld. (Datenquelle: [1], eigene Darstellung, 2025)](https://static.wixstatic.com/media/66da30_af47c9f7ab154d98870cfe8cf3ddb98c~mv2.png/v1/fill/w_660,h_352,al_c,q_85,enc_avif,quality_auto/66da30_af47c9f7ab154d98870cfe8cf3ddb98c~mv2.png)
Japans Hürden für Migration
Mit seiner hochindustrialisierten Wirtschaft, hohen Löhnen, einem guten Lebensstandard und guten Beschäftigungsaussichten wäre Japan eigentlich ein klassisches Einwanderungsland. Doch nicht nur die Insellage erschwert Einwanderern das Ankommen – auch eine rigide, traditionsverbundene Arbeitskultur macht es Neuankömmlingen generell schwer, auf dem japanischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Junge Japaner beginnen ihre Tätigkeit im Unternehmen meist schon während des Studiums. Nach dem Universitätsabschluss übernimmt die Firma sie fest und bildet sie intern weiter aus. Außenstehenden bleibt so oft die Anerkennung ihrer Fähigkeiten verwehrt.
Einstiegsjobs werden zumeist nur schlecht entlohnt; das Gehalt steigt erst spät im Karriereverlauf deutlich an. Lebenslange Anstellungsverhältnisse gelten in Japan als Norm, besonders in großen Firmen. Gut ausgebildete Arbeitskräfte binden sich so mit garantierter Beschäftigung und Lohnsteigerungen bis in ihre 50er-Jahre an ein Unternehmen.
Etwa 40 Prozent der Beschäftigten zwischen 50 und 59 Jahren haben ihren Arbeitgeber noch nie gewechselt. Ein Jobwechsel wird oft sogar oft negativ gewertet. Dieser Mix macht Japan besonders unattraktiv für temporäre Arbeitsmigranten.
Hinzu kommt eine rigide Unternehmenskultur mit einer durchschnittlichen Arbeitszeit von 49 Stunden pro Woche. Die Jobqualität ist oft schlecht, Unternehmen beugen Stress kaum vor, was die geistige Gesundheit der Beschäftigten untergräbt. Die komplexe Integration in eine starre Gesellschaft und hohe Erwartungen an Sprachkenntnisse tun ihr Übriges, um es Migranten zu erschweren, im japanischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Die Überalterung des japanischen Arbeitsmarktes
Zusammen mit dem demografischen Wandel führt dies heute zu einer strukturellen Existenzkrise. Mit 125 Millionen Einwohnern ist Japan nach den USA und Mexiko das bevölkerungsreichste Land der OECD, doch es ist das einzige unter neun großen Industrieländern, das schrumpft.
Osteuropäische Länder leiden vor allem am Bevölkerungsabfluss nach Westeuropa. Japan hingegen trifft es anders: Hier fehlen vor allem Migranten, die die Folgen von Überalterung und Kinderlosigkeit kompensieren könnten – so wie es in anderen westlichen Industrieländern der Fall ist. Japans Bevölkerung hat eine der höchsten Lebenserwartungen weltweit, zugleich kollabierte die Geburtenrate auf inzwischen 1,14 Kinder pro Frau – weit unter dem Niveau von 2 Kindern, das nötig wäre, um die Bevölkerung stabil zu halten.
Es kommen also kaum junge Menschen nach. Zwischen 2007 und 2021 sank die Erwerbsbevölkerung von 83 auf 74 Millionen Menschen – ein Rückgang um 11 Prozent. Bis 2030 soll ihre Zahl weiter auf 71 Millionen sinken, bis 2060 sogar auf nur noch 51 Millionen Erwerbsfähige.
Japans Abhängigkeitsquote ist die höchste aller Industrieländer: 2022 kamen auf 100 Japaner im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren 55 Menschen über 65 Jahre. Diese Zahl wächst weiter: Bis 2050 soll sie auf 81 Abhängige pro 100 Erwerbstätige steigen – vorausgesetzt, die Migration bleibt weiterhin so niedrig wie bisher.
![Altersabhängigkeit Japans im Vergleich zu anderen OECD-Ländern. Mit rund 55 Über-65-Jährigen pro 100 Erwerbstätigen verzeichnete das Land 2022 bereits den höchsten Wert und dürfte diese Spitzenposition bis 2050 mit einem Anstieg auf über 80 weiter ausbauen - deutlich vor Ländern wie Italien, Griechenland oder Finnland. (Datenquelle: [2], eigene Darstellung, 2025)](https://static.wixstatic.com/media/66da30_eae1a17925e146369d1ad35ea361838b~mv2.png/v1/fill/w_664,h_472,al_c,q_85,enc_avif,quality_auto/66da30_eae1a17925e146369d1ad35ea361838b~mv2.png)
Die Schatten der Überalterung
Die Auswirkungen fehlenden Nachwuchses zeigen sich schon heute deutlich: Arbeitskräftemangel ist in Japan längst ein weit verbreitetes Phänomen – über alle Qualifikationslevel, Branchen und Unternehmensgrößen hinweg. Es gibt schlicht keine Bewerber mehr für offene Stellen. Das Verhältnis zwischen offenen Stellen und Bewerbern liegt bei 1:1,3 – der niedrigste Wert seit den Wirtschaftswunderjahren um 1970. Viele Stellen bleiben daher unbesetzt. Auch die Zahl der Selbstständigen sinkt: von 91 pro 1.000 Einwohner im Jahr 2007 auf 75 im Jahr 2025.
Aus den Erfahrungen der letzten zehn Jahre lässt sich für 2030 ein Arbeitskräftemangel zwischen 2,5 und 6 Millionen Menschen hochrechnen; bis 2040 könnten es bereits zwischen 5 und 14 Millionen sein. Wie groß die Lücke am Ende tatsächlich ausfällt, hängt jedoch stark von der Produktivitätsentwicklung der japanischen Beschäftigten ab.
Doch daran an dieser bestehen gravierende Zweifel: Die Zahl junger Menschen bis 29 Jahre, die weder arbeiten noch eine Ausbildung machen oder sich in Bildung befinden (NEETs), lag 2020 bei 18 pro 100 Beschäftigten, in Städten sogar bei 22 – ein Anstieg um 7 seit 2010. Viele junge Menschen fühlen sich zunehmend abgekoppelt und von den Belastungen überfordert, die sie aufgrund der überalternden Gesellschaft tragen müssen.
Japanischen Unternehmen fällt es wegen veränderter Wettbewerbsbedingungen zunehmend schwer, ihren jungen Beschäftigten die gleiche Sicherheit zu bieten wie einst deren Eltern. Dadurch stieg die Zahl unregelmäßiger Beschäftigungsverhältnisse: Sie machen inzwischen zwei Fünftel aller Beschäftigten aus, gegenüber einem Fünftel noch vor zwanzig Jahren. Diese Jobs werden schlechter bezahlt, bieten weniger Weiterbildung und geringere soziale Sicherheit.
Gleichzeitig treiben ältere Menschen mit ihrem hohen Vermögen die Häuserpreise in die Höhe, sodass die Wohnkosten zu den höchsten der Welt zählen – das trägt dazu bei, dass Japan auch bei relativer Armut Rekordwerte erreicht. Alles keine positiven Aussichten, die Produktivität des einzelnen zu heben.

Die Mühen der Produktivität
Japan steht vor einem Dilemma, um seinen Arbeitskräftemangel zu beheben. Will man sich weiterhin gegenüber Migranten verschließen, muss man die Einkommen der einzelnen Arbeitskräfte und damit deren Produktivität steigern – um Lücken zu füllen und die finanzielle Absicherung der alternden Bevölkerung zu gewährleisten. Doch auch dieser Weg würde eine Öffnung gegenüber dem Ausland und dessen Wettbewerb voraussetzen.
Noch um die Jahrtausendwende, so erzählt man sich, wurde Auslandserfahrung in Japan sogar negativ bewertet. Japanische Forscher reisen selten ins Ausland, um dort Kontakte zu knüpfen und neue Ideen sowie Impulse mitzubringen. Das macht Japan zum am wenigsten international vernetzten Industrieland der Welt. Das wirkt sich auch auf die Verbreitung von Wissen und damit auf die Produktivität aus.
Nach seinem kometenhaften Aufstieg in den 1970er-Jahren zum weltweiten Wirtschafts-Superstar hinkt Japan heute mit Wachstumsraten im Schnitt knapp über null dem Rest der Welt hinterher. Beim Output pro Stunde liegt das Land inzwischen abgeschlagen bei etwa 75 Prozent des Durchschnitts der oberen Hälfte der OECD-Staaten – laut aktuellen Daten belegt Japan bei der Arbeitsproduktivität weiterhin einen der letzten Plätze unter den G7-Staaten.
Die alternde Bevölkerung hat kaum Interesse daran, sich größerem Wettbewerb auszusetzen, in dem sie womöglich nicht mehr mithalten kann. Das gilt auch innerhalb des Landes: Der Staat subventioniert den Bestand alter Firmen auf Kosten junger, innovativer Unternehmen – selbst wenn sich deren Geschäftsmodell längst überlebt hat und sie sich so auf Kosten der Allgemeinheit vor einer Restrukturierung drücken.
Drei Viertel aller kleinen und mittleren Unternehmen in Japan sind älter als zehn Jahre – gegenüber nicht einmal der Hälfte im Rest der OECD. Kleine Unternehmen bleiben lieber klein, um zahlreiche Vorteile nicht zu verlieren. Das trifft besonders auf den Kranken- und Pflegesektor zu: Er wird sehr egalitär geführt, was seine Weiterentwicklung und Anpassung an kommende Herausforderungen zusätzlich hemmt.
Krisen wie COVID hinterlassen in Japan daher tiefere Spuren als in anderen Industrieländern. Das Produktivitätswachstum bleibt schwach und beginnt erst langsam wieder, zum Rest der Welt aufzuschließen.
Alte und Frauen rücken ein
Trotz der trüben Aussichten herrscht zwischen japanischer Regierung und Unternehmen das gemeinsame Verständnis vor: Dem Arbeitskräftemangel soll man vor allem durch das Ausschöpfen aller Produktivitätspotenziale der Erwerbsbevölkerung sowie durch die Aktivierung von Frauen und älteren Arbeitskräften begegnen.
Die bisherige Produktivitätsinitiative trägt jedoch weniger Früchte als erhofft. Zwar investieren über 60 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Automatisierung und Weiterbildung, doch nur 31 Prozent bemühen sich aktiv um die Rekrutierung von Frauen und älteren Arbeitnehmern.
Immerhin gelang es mittels Arbeitsmarktreformen wie Gleichbehandlungsgesetzen und erleichterter Jobmobilität, den dramatischsten Einbruch der Erwerbsbevölkerung abzufedern. Zwischen 2007 und 2022 traten über eine Million Frauen und vier Millionen Menschen über 65 Jahre neu in den Arbeitsmarkt ein, während drei Millionen Männer ausschieden. So blieb die Zahl der Erwerbstätigen zumindest relativ stabil – mit einer Erwerbsquote von 80,6 Prozent zählt Japan weiterhin zu den Spitzenreitern weltweit.
Allerdings blieb die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden insgesamt konstant. Teilzeitarbeit leisten häufig verheiratete Frauen freiwillig. Weil traditionelle Einstellungen vorherrschen, fehlt oft die soziale Infrastruktur – das verleitet Frauen dazu, für Kinderbetreuung oder Altenpflege aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Ohne einen umfassenden Ausbau sozialer Infrastruktur bleibt das Potenzial solcher Strukturreformen daher begrenzt.
Auch für ältere Menschen sind die Strukturen wenig geeignet. Japan hält streng am Renteneintritt mit 60 Jahren fest. Danach finden sie nur schwer neue Arbeit – meist unterhalb ihres Qualifikationsniveaus und mit deutlichen Lohnkürzungen. Zumeist werden sie nach der Pensionierung in derselben Firma zu schlechteren Konditionen wiedereingestellt. Ältere Menschen sind in Japan zwar überdurchschnittlich oft erwerbstätig, arbeiten jedoch meist nur wenige Stunden, um staatliche Leistungen nicht zu verlieren
Auch hier betrifft es oft ältere Menschen, deren Rentenansprüche nicht ausreichen – zumeist Frauen. Bisherige Regierungsreformen zeigten bislang nur begrenzte Wirkung. Sie gingen meist zulasten von Arbeitsbedingungen und Lohnhöhe – Entlassungen bleiben in japanischen Unternehmen dagegen weiterhin selten.
![Erwerbsquoten in Japan und im OECD-Durchschnitt, 2007 bis 2022: Japan übertrifft den OECD-Schnitt in allen Kategorien deutlich - am stärksten bei Frauen im erwerbsfähigen Alter (Anstieg auf über 75 Prozent) und bei Menschen ab 65 Jahren, wo die Erwerbsquote inzwischen mehr als doppelt so hoch liegt wie im OECD-Durchschnitt. Bei Männern zwischen 65 und 69 macht die Erwerbsquote inzwischen fast 65 Prozent aus. (Datenquelle: [2], eigene Darstellung, 2025)](https://static.wixstatic.com/media/66da30_8292595af74348c7bb7c3879a0c668a7~mv2.png/v1/fill/w_660,h_486,al_c,q_85,enc_avif,quality_auto/66da30_8292595af74348c7bb7c3879a0c668a7~mv2.png)
Roboter als Alternative
Einst stand Japan an vorderster Front, wenn es um die Automatisierung von Arbeitsschritten ging. Das Land investiert immerhin 3,3 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung – mehr als die meisten anderen Industrieländer.
Lange Zeit ersetzten Roboter in Japan fehlende Migranten. Die Dichte an Industrierobotern pro 1.000 Beschäftigten zählt zu den höchsten der Welt, besonders im Produktionssektor. Gerade deshalb sind in diesem Sektor jedoch kaum noch große Produktivitätsgewinne zu erwarten, da die Automatisierung dort schon weit fortgeschritten ist.
Eine Auslagerung von Produktionsschritten ins Ausland könnte die fehlende Migration umgekehrt zwar ersetzen. Doch japanische Unternehmen motivierte bisher vor allem die Erschließung großer, schnell wachsender ausländischer Märkte – weniger die Absicht, den heimischen Arbeitskräftemangel auszugleichen. Dienstleistungsjobs in Landwirtschaft oder Pflege lassen sich ohnehin nicht auslagern.
Die Auswirkungen sind auch nicht durchweg positiv, wie der Einzug von Robotik in den Pflegesektor zeigt: Sie verringerte zwar die körperlichen Anforderungen der Arbeit. Feldstudien beobachteten dabei zwar keinen Rückgang der Beschäftigung, und die Arbeitskräfte blieben ihren Arbeitgebern treu – doch ihre Löhne sanken.
Insgesamt mag Automatisierung die Nachfrage nach weniger qualifizierten Arbeitskräften also verringern, zugleich steigert sie jedoch den Bedarf nach Arbeitskräften für komplexere Aufgaben. Der Mangel verlagert sich so schlicht nur in andere Branchen.
![Industrieroboter pro 10.000 Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe, 2024. Südkorea führt das weltweite Ranking mit 122 Robotern deutlich an, gefolgt von Singapur mit 82. Japan liegt mit 45 Einheiten gleichauf mit Deutschland auf Platz drei bis vier - weit vor Ländern wie den USA. (Datenquelle: [3])](https://static.wixstatic.com/media/66da30_0b9290289c7a4e41a8d1b650d0b6bcad~mv2.png/v1/fill/w_660,h_408,al_c,q_85,enc_avif,quality_auto/66da30_0b9290289c7a4e41a8d1b650d0b6bcad~mv2.png)
Starrheit im System verhindert Anpassungen
Jüngste Technologien wie KI könnten die Produktivität steigern, Arbeitsbedingungen verbessern und bestehende Fähigkeiten ergänzen. Die Japaner selbst stehen diesen Neuerungen sogar sehr aufgeschlossen gegenüber – doch die traditionsverhaftete japanische Gesellschaft macht es schwer, darauf aufbauenden neuen Geschäftsmodellen zum Durchbruch zu verhelfen.
Die derzeitigen Strukturen, die es Migranten schwer machen, erschweren auch jungen Japanern die Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft: Die Mobilität zwischen Firmen bleibt niedrig, die Abläufe sind rigide, und Regulierungen tragen ihr Übriges dazu bei, den Wettbewerb zu verzerren.
Das zeigt sich auch in den Fähigkeiten: Während Japaner beim Lesen, Schreiben und Rechnen stark abschneiden, mangelt es ihnen an Problemlösungsfähigkeiten. Das Konzept lebenslangen Lernens ist zudem noch wenig verbreitet. So können kaum neue Geschäftsmodelle zum Durchbruch gelangen.
Japan droht so in vielen Bereichen zurückzufallen: Die Nutzung von KI ist niedriger als in anderen Industrieländern – und damit auch ihr dämpfender Effekt auf den Arbeitskräftemangel. Umgekehrt bedeutet das aber auch: Hier liegt viel ungenutztes Potenzial. Es mangelt allerdings an Fachkräften, die solche Neuerungen umsetzen könnten.
Der Schlüssel für Japans Probleme liegt darum erst recht in seiner jungen, gut ausgebildeten Generation: Der Nachwuchs erreicht die höchsten Werte im PISA-Ranking, und auch Erwerbstätige schneiden bei beruflichen Kompetenzen top ab.
Keine Finanzierung des Fortschritts
Schwaches Wirtschaftswachstum und Überalterung trieben die japanische Staatsverschuldung inzwischen auf mehrere hundert Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Das belastet die junge Generation zusätzlich für die Zukunft, während gleichzeitig kaum investiert wird.
Das Land stand lange vor Deflationsdruck. Die daraus resultierende Sparmentalität und der um sich greifende Pessimismus angesichts trüber Wachstumsaussichten verleitet Japans Bürger bis heute dazu, große Vermögen zu horten. Anstatt in die Zukunft und in Produktivitätswachstum zu investieren, bauten japanische Unternehmen die größten Cash-Reserven unter den reichen Industrieländern auf.
Auch die ausländischen Direktinvestitionen in Japan liegen mit 4 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung auf einem der niedrigsten Niveaus der OECD, deren Durchschnitt bei 32 Prozent liegt. Das gefährdet Japans gesamtes exportgetriebenes Wirtschaftsmodell, das sich schwertut, sich in die komplexen, neu entstehenden Wertschöpfungsketten neuartiger Technologien zu integrieren.
![Cash- und Wertpapierreserven börsennotierter Unternehmen als Anteil ihrer Marktkapitalisierung, 2005 bis 2014: Japanische Unternehmen horten mit zuletzt über 22 Prozent deutlich mehr Barmittel als ihre Konkurrenz in den USA (rund 7 Prozent) und der EU (rund 11 Prozent) - ein Trend, der sich seit der Globalen Finanzkrise 2008 noch einmal stark verstärkt hat. (Datenquelle: [4], eigene Darstellung, 2016)](https://static.wixstatic.com/media/66da30_21e638137e3343f59bdd0823d66fd710~mv2.png/v1/fill/w_660,h_419,al_c,q_85,enc_avif,quality_auto/66da30_21e638137e3343f59bdd0823d66fd710~mv2.png)
Japans Schrumpfkur: Das Land entvölkert
Alle bisher beschriebenen Probleme treffen ländliche Regionen um ein Vielfaches härter. Japans 47 Präfekturen schrumpften zwischen 2000 und 2021 im Schnitt jährlich um 0,32 Prozent, während vergleichbare Regionen in anderen OECD-Ländern im selben Zeitraum jährlich um 0,45 Prozent wuchsen. Das führt zum Verschwinden ganzer Kommunen. Große urbane Zentren ziehen den Durchschnitt dabei nach oben: Mittelgroße und kleine Städte schrumpfen bereits um etwa 0,6 Prozent pro Jahr.
Bis 2050 könnten 20 Prozent des derzeit bewohnten Landes verlassen sein. Gemeinden mit weniger als 10.000 Einwohnern werden sich voraussichtlich halbieren – dabei machen sie bereits heute 90 Prozent der Landfläche aus, gegenüber gerade einmal einem Fünftel der Bevölkerung. Diese Gebiete sind oft hügelig und bergig.
Die Alterung der Erwerbsbevölkerung schreitet dort deutlich schneller voran: Über die Hälfte der Erwerbstätigen ist dort zwischen 45 und 64 Jahre alt. Migration spielt hier ebenfalls eine untergeordnete Rolle – gerade einmal ein Prozent der ländlichen Bevölkerung ist im Ausland geboren. Ausländische Arbeitskräfte zieht es eher in den Dienstleistungssektor der bevölkerungsreichen Präfekturen Tokio, Aichi und Osaka; doch selbst dort liegt ihr Anteil nur bei 1,53 Prozent.

Ein Problem für Japans öffentlichen Sektor
Ohne Nachwuchs oder Migration, die diese Lücken füllt, kommt es auch zu einem dramatischen Landnutzungswandel. Die Regierung steht dabei vor einer besonderen Herausforderung: Sie muss neue Wege finden, um ihre öffentlichen Dienstleistungen in schrumpfenden Regionen zu erbringen, denn weniger Einwohner bedeuten höhere Kosten pro Kopf.
Zwischen 2010 und 2020 gingen in den ländlichen Regionen netto 1,8 Millionen Jobs verloren, die meisten davon im Handwerk und in Dienstleistungen. Einzig im öffentlichen Sektor entstanden neue Stellen. Dies macht die Lage zusätzlich schwierig: Regierung und Kommunen nehmen durch die schrumpfende Erwerbsbevölkerung weniger Steuern ein, müssen aber gleichzeitig immer größere Ausgaben für Rentner stemmen. Die ländlichen Gegenden werden so zunehmend abhängig von Transferleistungen der prosperierenden Städte.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Innovationskluft zwischen modernen Städten und dem zurückbleibenden Land in Japan größer ist als in anderen Ländern – Neuheiten verbreiten sich im konservativen Hinterland nur langsam. Auch Innovation und ausländische Investitionen konzentrieren sich vor allem auf die Metropolregionen Tokio und Osaka: Gerade einmal zwei Prozent aller Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen fließen in den ländlichen Raum, gegenüber 15 Prozent im OECD-Schnitt.
Mit dem demografischen Wandel verändert sich auch der ländliche Arbeitsmarkt. Er umfasst heute etwa 38 Prozent Handwerk und Dienstleistungen, 25 Prozent öffentliche Dienstleistungen und 19 Prozent Produktionssektor – nur noch 9 Prozent arbeiten in der Landwirtschaft. Dort ging die Beschäftigung nicht in erster Linie wegen Produktivitätsgewinnen zurück, sondern weil sich schlicht niemand mehr findet, der die kleinteiligen Parzellen bewirtschaftet. Der Wald erobert die aufgegebenen Flächen zurück – mit rund 282.000 Hektar macht er inzwischen fast ein Prozent der gesamten Landesfläche aus.
Die Digital Garden City Nation
Die sich entleerenden Gemeinden müssen sich mit einem gesamtheitlichen Denkansatz neu erfinden – im Spannungsbogen zwischen ökologischer Nachhaltigkeit, Wirtschaftswachstum und sozialer Inklusion. In Tokio malt man sich die Zukunft dieser Regionen als "digitale Gärten" aus, die Herausforderungen ohne Zuwanderung lösen sollen.
Während Japan im Großen hinterherhinkt, möchte man das Hinterland zu einem findigen Labor des Wandels entwickeln: Dort entstehen lokale Innovationsstrukturen und Graswurzel-Initiativen, um öffentliche Leistungen auf die Bedürfnisse der jeweiligen Region zuzuschneiden. Japans ländliche Politik ruht dabei auf vier Säulen: Sicherung von Beschäftigung und Einkommen, Diversifizierung durch Industrialisierung, ländlicher Tourismus sowie die Verbesserung der Lebensbedingungen durch neue soziale Initiativen zur Belebung des ländlichen Raums.
Im Fokus stehen dabei die Branchen Bildung, medizinische Betreuung und Pflege, Wohlfahrt und Logistik. Geplant sind Satellitenbüros für ortsunabhängiges Arbeiten, Praxen für Ferndiagnostik und -behandlung, Online-Bildung sowie automatisiertes Fahren und Drohnen.
Kultur und Wissen über die lokale Natur sind fest in der Bevölkerung verankert, die hier seit Generationen lebt. Dieses Wissen muss nur mit Innovation, digitalen Fähigkeiten und besserer Datenverfügbarkeit gehoben werden. Im Mittelpunkt steht daher die Mobilisierung lokaler Ressourcen mithilfe digitaler Technologien.
Dazu zählen lokale Universitäten als Kernkomponente des Wandels, die mit der Industrie zusammenarbeiten, sowie die aktive Teilnahme der örtlichen Zivilgesellschaft, um den lokalen Charakter und die Identität der Regionen zu stärken. Das soll zusätzlich den Zusammenhalt der Bevölkerung vor Ort stärken, Mitbestimmung und Entscheidungshoheit vor Ort erhalten sowie das individuelle und kollektive Wohlbefinden steigern.
Da Digitalisierung entscheidend ist, um große Distanzen zu überbrücken, spielen breite digitale Bildung und Infrastruktur eine zentrale Rolle. Die Anbindung an Hochleistungsinternet lässt hier jedoch noch zu wünschen übrig, auch digitale Endgeräte sind weniger verbreitet – nicht zuletzt wegen der überdurchschnittlich alten Bvölkerung.
Aufgrund der Wichtigkeit von Digitalisierung zur Überbrückung großer Distanzen, spielt digitale Bildung und Infrastruktur eine zentrale Rolle. Die Anbindung an das Hochleistungsinternet lässt dort noch zu wünschen übrig, auch digitale Endgeräte sind weniger verbreitet - insbesondere aufgrund der älteren Bevölkerung.

Pilotprojekte für den Wandel
Erste Pilotprojekte zeigen bereits Erfolge. In der Stadt Ina liefern Drohnen medizinische Güter an ältere Menschen, Videokonferenzen ersetzen Arztbesuche in entlegenen Gebieten. Das Dorf Yamakoshi begegnet der Entvölkerung mit digitalen NFT-Bürgerschaften, um reale und digitale Dorfgemeinschaft zusammenzuführen. Viele andere Projekte drehen sich um Tourismus – ob im Wald oder am Meer – und um die Produktion lokaler landwirtschaftlicher Produkte wie Kirschen, Fisch oder Reis. Ein Beispiel dafür ist die Rückkehr der Reisterrassen (tanada) durch die Kunugidaira-Initiative, die diese heute als ästhetische Landschaftsgärtnerei nutzt.
Bereits zur Jahrtausendwende gingen die Terrassen zurück, viele Felder wurden aufgegeben. Mithilfe der Yamagata-Präfektur kehrten sie mit traditionellen Methoden zurück. Freiwillige stellen dabei ihre Arbeitskraft zur Verfügung – im Tausch für den hochwertigen tanada-Reis. Diese Anbaumethode ist arbeitsintensiver: Die Reistrocknung erfolgt in der Sonne, was zugleich malerische Landschaften schafft und dem Tourismus zugutekommt. Zugleich belebte das Projekt die lokale Sake-Industrie neu: Aus dem tanada-Reis entsteht seither eine hochwertige, trockene Sake-Sorte namens Ginjo-shu.
Für diesen Erfolg musste die Präfektur ihre Verwaltungskapazitäten über einzelne Behörden hinweg zu einem gesamthaften Ansatz zusammenführen, um die Projekte umzusetzen und den Innovationsgeist der Bürger zu wecken. Für die Umsetzung engagierte man den pensionierten Landschaftsplaner Nobuhiro Takahashi, der sein Wissen mit jüngeren Fachkräften teilte – ebenso wie der Sake-Brauer Toshihiko Koseki. Beide stammen selbst aus der Yamagata-Präfektur.
Es zeigt sich, entscheidend dabei ist, dass solche Initiativen profitabel genug für ein eigenes Geschäftsmodell sind. Zudem braucht es kontinuierliche Investitionen in die Infrastruktur. Den Kern des Wandels tragen vor allem Klein- und Mittelunternehmen, die einen größeren Markt als die eigene Gemeinde erreichen müssen, um wirtschaftlich zu bestehen. Deshalb ist die Besetzung von Nischen eine notwendige Voraussetzung, um ländliche Regionen langfristig zu bewirtschaften.

Subtile Vernetzungen international
Das Klischee, ostasiatische Länder suchten überhaupt keine internationalen Vernetzungen, stimmt längst nicht mehr. In Japan wird Migration vor allem durch die Nachfrage von Unternehmen getrieben, weniger durch Regierungsprogramme. Sie bestimmen, welche Kandidaten ins Land kommen. Einwanderer benötigen ein konkretes Jobangebot, bevor sie überhaupt einreisen dürfen. Das entmutigt zusätzlich, denn innerhalb Japans verzopfter Strukturen ist ein Arbeitgeberwechsel äußerst schwierig.
Der geradlinigste Weg auf den japanischen Arbeitsmarkt führt daher über Studentenvisa. Japan ist die weltweit führende Destination für ausländische Trainees: Rund 57 Prozent aller Trainees in Industrieländern kommen hierher. Diese internationalen Studenten sind für japanische Unternehmen eine Schlüsselressource, denn die meisten Arbeitsmigranten betraten das Land über diesen Weg. Bis 2033 sollen es 400.000 sein, vor allem aus China, Nepal und Vietnam.
Für gering oder mittelmäßig qualifizierte Migranten hat Japan trotz des dringenden Bedarfs am Bau, in der Produktion und in der Landwirtschaft praktisch keine Einwanderungskanäle. Erst in den 1990er-Jahren begannen Ausländer auch in niedrig qualifizierten Bereichen eine Rolle zu spielen – erneut waren es vor allem Studenten, die in einfachen Dienstleistungsjobs wie Kellnern oder im Verkauf arbeiteten. Dazu kamen Hunderttausende brasilianische und peruanische Migranten mit japanischen Wurzeln (Nikkeijin), die im Rahmen eines eigenen Programms und angesichts der Wirtschaftskrise in ihren Heimatländern nach Japan zurückkehrten. Sie fanden vor allem im Produktionssektor Beschäftigung.
Das Technical Intern Training Programme (TITP) war ursprünglich ein Instrument der Entwicklungshilfe, um technische Fertigkeiten in Entwicklungsländer zu transferieren, und daher auch nur für wenige Jahre befristet. 2024 stellte das TITP rund 148.000 Aufenthaltsgenehmigungen aus. Aber die Teilnehmenden sind dabei an den Arbeitgeber gebunden, der sie ins Land geholt hat – eine Konstellation, die Diskriminierung und Ausbeutung begünstigt. Das TITP soll darum 2027 durch ein neues Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramm (Ikusei Shuro) ersetzt werden.
Nun doch noch Migration
Um den Herausforderungen der japanischen Gesellschaft zu begegnen, gerät Migration inzwischen immer stärker in den Fokus. Die Regierung unter Shinzo Abe machte sie 2012 erstmals offiziell zum Teil ihrer Strategie gegen den Arbeitskräftemangel – dort, wo Offshoring und Automatisierung allein nicht ausreichten. Arbeitsmarktreformen wurden angestoßen, und auch Unternehmen begannen, ihre Praktiken zu ändern. Löhne sollen sich seither stärker an der Produktivität statt an der Unternehmenszugehörigkeit orientieren, um Zuwanderung attraktiver zu machen.
So entstand ein unübersichtliches Geflecht an Programmen, das erneut vor allem auf hochqualifizierte Migranten abzielt – statt den Arbeitskräftemangel als Ganzes zu beheben. Dazu zählt ein punktebasiertes Einwanderungsprogramm, allerdings mit nur mäßigem Erfolg: Zwischen 2013 und 2022 nutzten gerade einmal 4.200 Menschen diese Möglichkeit. Weitere 38.200 Menschen, vor allem Studenten, die nach ihrem Abschluss im Land bleiben wollten, nutzten es lediglich, um ihren Aufenthaltsstatus zu ändern.
2019 führte Japan das Specified Skilled Worker Programme ein. Es ermöglicht, Migranten mit besonderen Fähigkeiten für Branchen ins Land zu holen, die besonders vom demografischen Wandel betroffen sind – allen voran die Pflege, wo sich Japan bereits gezielt an Indonesien, die Philippinen und Vietnam wendet. Mit Corona kam der Migrationsboom jedoch rasch wieder zum Stillstand.
Im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte bleibt Japan abgeschlagen. Das Land steht noch am Anfang seiner Einwanderungskultur. Aufholen könnte es, indem Tokio seine Strategie stärker auf Kapazitätsaufbau ausrichtet: Spracherwerb und Berufsausbildung bereits vor der Einreise, was letztlich auch die Integration in den japanischen Arbeitsmarkt erleichtern würde.

Japans Dilemma
In einer alternden Gesellschaft, die sich der Migration verschließt, sind Produktivitätssteigerungen des Einzelnen essenziell, um den Wohlstand für alle zu erhalten. Immer weniger Steuerzahler stehen dabei immer größeren Ausgaben gegenüber. Die Entvölkerung des Landes legt zudem große Flächen brach: Ländliche Infrastruktur und wirtschaftliche Möglichkeiten gehen verloren – und mit ihnen biologische Vielfalt und ökologische Widerstandsfähigkeit.
Mit seiner hochqualifizierten Bevölkerung, einem hohen Anteil an Forschung und Entwicklung sowie technologischer Führerschaft könnte Japan dieser Herausforderung durchaus begegnen. Dafür ist jedoch die gesamte japanische Gesellschaft gefordert, aus ihren traditionsreichen, aber überholten Verhaltensmustern auszubrechen.
Jungen Menschen fehlen bislang die Anreize, neue Firmen zu gründen und neue Technologien und Ansätze auszuprobieren. Auch in Forschung und Entwicklung mangelt es noch an Offenheit gegenüber neuen Technologien, besonders im personalintensiven Dienstleistungssektor – vor allem in der Pflege. Gerade dieser Sektor wird in anderen Ländern oft von Migranten getragen, was einen Grund für Japans "Dienstleistungswüste" darstellt.
Japan tut sich schwer, mit den sich rasch ändernden Rahmenbedingungen der Weltwirtschaft Schritt zu halten – das Alter seiner Firmen ist ebenso überdurchschnittlich hoch wie das seiner Bevölkerung. Eine älter werdende Bevölkerung ist zudem weniger risikobereit – auch das ein Nachteil in einer Welt, die sich rasch wandelt und in der es darauf ankommt, Chancen zu ergreifen und Liebgewonnenes loszulassen. Das wiegt besonders schwer, bedenkt man den hohen Exportanteil des Landes.
Dieselben Gründe, die es Migranten schwer machen, in Japan Fuß zu fassen, verhindern also gleichzeitig, dass sich junge Japaner den neuen, harten Realitäten anpassen können. Dabei muss Japan seine Lücken noch schneller schließen als andere Industrieländer: Die Bevölkerung altert schneller, und Migration bleibt wohl auf niedrigerem Niveau. Damit ist das Land bereits heute ein Testlabor für Herausforderungen, denen sich auch der Rest der reichen Welt stellen muss. [1] [2] [4] [5] [6]
Weiterlesen
[1] | OECD, „International Migration Outlook 2025,“ OECD Publishing , Paris, 2025. |
[2] | OECD, „Recruiting Immigrant Workers: Japan 2024,“ OECD Publishing, Paris, 2024. |
[3] | International Federation of Robotics, „ifr.org,“ 08 04 2026. [Online]. Available: https://ifr.org/ifr-press-releases/news/robot-density-surges-in-europe-asia-and-americas. [Zugriff am 26 07 2026]. |
[4] | OECD, „Japan: Boosting Growth and Well-Being in an Ageing Society,“ OECD Publishing, Paris, 2016. |
[5] | OECD, „Enhancing Rural Innovation in Japan,“ OECD Publishing, Paris, 2025. |
[6] | OECD, „Working Better With Age: Japan, Ageing and Employment Policies,“ OECD Publishing, Paris, 2018. |





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